Verlobungsring-Ratgeber

Wie entstehen Diamanten

Erfahren Sie, wie natürliche Diamanten tief in der Erde entstehen, an die Oberfläche gelangen und sich in ihrer Entstehung von Labordiamanten unterscheiden.

Illustration eines Rohdiamantkristalls auf dunklem Mineralgestein.

Ein Diamant besteht aus Kohlenstoff in einer fest gebundenen Kristallstruktur. Natürliche Diamanten wachsen tief im Erdinneren, lange bevor sie zu polierten Schmucksteinen werden.

Hitze, Druck und Kohlenstoff

Die meisten natürlichen Schmuckdiamanten entstehen im Erdmantel, etwa 150 bis 200 Kilometer unter der Oberfläche und bei ungefähr 900 bis 1.300 °C. Kohlenstoffhaltige Fluide oder Schmelzen durchziehen das Gestein. Unter passenden chemischen Bedingungen kristallisiert Kohlenstoff als Diamant. Manche Diamanten entstehen deutlich tiefer.

Entstehen Diamanten aus Kohle?

Normalerweise nicht. Die bekannte Geschichte von Kohle, die zu Diamant gepresst wird, ist irreführend. Der Kohlenstoff kann aus dem Mantel oder aus Material stammen, das durch Plattentektonik dorthin zurückgelangt. Kohle ist nicht der übliche Ausgangsstoff natürlicher Schmuckdiamanten.

Wie alt sind Diamanten?

Viele natürliche Diamanten entstanden vor mehr als einer Milliarde Jahren. Das bedeutet nicht, dass jeder Kristall eine Milliarde Jahre zum Wachsen brauchte: Wachstum kann in einzelnen Phasen erfolgen, auf die lange Aufenthalte im Mantel folgen.

Der Weg an die Oberfläche

Seltene Vulkanausbrüche bringen Diamanten an die Oberfläche. Sie reisen in Magmen, aus denen Gesteine wie Kimberlit und Lamproit entstehen. Die Ausbrüche transportieren vorhandene Kristalle, statt sie zu bilden. Erosion kann die Diamanten später in Flusssedimente und Küstenablagerungen freisetzen.

Illustration eines Rohdiamanten neben einer rauen dunklen Gesteinsprobe.

Wie Labordiamanten wachsen

Auch Labordiamanten besitzen die Kristallstruktur eines Diamanten. Das Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren (HPHT) nutzt starken Druck und Hitze. Bei der chemischen Gasphasenabscheidung (CVD) wächst Diamant aus einem kohlenstoffhaltigen Gas auf einem Keim. Diese Umgebung unterscheidet sich von der geologischen Geschichte natürlicher Diamanten.

Vom Rohkristall zum fertigen Stein

Ein Rohdiamant kommt nicht mit den Facetten eines Verlobungsringsteins aus der Erde. Schleifen und Polieren schaffen diese Form und steuern den Weg des Lichts. Die Entstehung erklärt die Herkunft, bestimmt aber nicht allein die Schönheit oder Qualität des fertigen Diamanten.

Illustration eines Rohdiamantkristalls neben einem polierten Diamanten im runden Brillantschliff.

Häufig gestellte Fragen

Kann Kohle zu Diamant werden? Kohlenstoff kann unter passenden Bedingungen Diamant bilden. Natürliche Schmuckdiamanten entstehen jedoch normalerweise nicht aus Kohle, sondern wachsen tief im Mantel aus kohlenstoffhaltigen Fluiden oder Schmelzen.

Braucht ein Diamant Milliarden Jahre zum Wachsen? Nicht unbedingt. Sein Alter belegt einen frühen Ursprung, kein ununterbrochenes Wachstum. Ein Kristall kann in einzelnen Phasen wachsen und danach sehr lange im Mantel verbleiben.

Erzeugen Vulkane Diamanten? Die Ausbrüche, die Schmuckdiamanten an die Oberfläche bringen, transportieren meist Kristalle, die bereits tief im Erdinneren entstanden sind. Transport und Kristallwachstum sind unterschiedliche Ereignisse.

Sind Labordiamanten echte Diamanten? Ja. Sie besitzen die Kristallstruktur von Diamant, wachsen jedoch unter kontrollierten Bedingungen. Ihr Ursprung im Labor muss von der geologischen Herkunft natürlicher Diamanten unterschieden werden.